Carl Max Meyer | Geschichte
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CARL MAX MEYER – EIN STÜCK SCHORNDORF

Die Geschichte

 

Es war einmal im Jahre 1725…

Johannes Meyer (1703-1762)

 

„Die Zeit war damals, 1725, alles andere als leicht…Noch lebte die Erinnerung an die Kriegszüge des französischen Königs. Die Menschen hatten unter von Tag zu Tag steigenden Kosten zu leiden. In dieser wenig hoffnungsvollen Zeit kam ein junger Mann von Göppingen nach Schorndorf, um sich bei der Schorndorfer Handelszunft einzutragen. Er war noch jung, dieser Johannes Meyer, 22 Jahre alt. Doch er verfügte über unternehmerischen Schwung und Wagemut…“

(Auszug aus einer Rede anlässlich des 240jährigen Jubiläums der Firma Carl Max Meyer im Jahre 1965.)

 

Am 19. Mai 1725 wurde Johannes Meyer mit seiner Eisenhandlung am Schorndorfer Marktplatz zur Handelszunft zugelassen.

Der Spitalmeister

Albrecht Maximiliam Meyer (1739 – 1793)

 

Nach dem Tod von des Vaters 1762 übernahm der einzige noch lebende Sohn, Albrecht Maximilian, die Handlung. Daneben amtierte er einige Jahre als Spitalmeister des Schorndorfer Heilig-Geist-Spitals. Das Spital wurde als Altenheim und Waisenhaus gegründet. Reiche Bürger konnten sich als sog. Pfründner einkaufen. Der Spitalmeister hatte die Geschäfte des Spitals zu führen.

Turbulente Zeiten

Carl Maximilian I. Meyer (1769 – 1848) und Albrecht Friedrich Meyer (1773-1837)

 

Die beiden Söhne des Spitalmeisters führten das Unternehmen durch eine turbulente Zeit: kaiserliche und französische Truppen zogen durch das Remstal. Die Französische Revolution, die napoleonischen Kriege und nicht zuletzt die Erhebung Württembergs zum Königreich schufen ein grundlegend verändertes Umfeld für die Stadt Schorndorf.

Die Eisenhandlung der Familie Meyer wurde in dieser Zeit als sog. Chaland geführt. Dies war ein Titel, der vom Herzog/König von Württemberg gegen Zahlung einer Taxe verliehen wurde. Chalanden durften exklusiv Ware der württembergischen Eisenwerke beziehen.

Fernhandel nach Bayern

Gustav Albert Meyer (1815 – 1861)

 

In den ersten 130 Jahren ihres Bestehens betrieb die Firma Meyer vorwiegend Fernhandel: Waren aus dem Amtsbezirk Schorndorf wurden mit Pferdefuhrwerken ins „Ausland“, z.B. nach Augsburg transportiert. Im Gegenzug wurden von dort u.a. Feldsämereien nach Schorndorf eingeführt.

Im Jahre 1858 begannen die Bauarbeiten der Remsbahn. Am 18. Juli 1861 – dem Todestag von Gustav Albert Meyer – wurde der Schorndorfer Bahnhof eingeweiht. Damit war das Ende des Fernhandels mit Pferdefuhrwerken besiegelt. Die Firma konzentrierte sich fortan auf den stationären Handel.

Gruß und Kuss…

Carl Maximilian II. Meyer (1849 – 1910)

 

 

Nach dem Besuch der Lateinschule und der Lehre, trat Carl Maximilian II ins elterliche Geschäft ein. Neben seinem Geschäft liebte er das Reisen und das Singen. So war er Mitglied und Vorstand des örtlichen Gesangvereins. Auf seinen Reisen informierte er die zuhause gebliebene Gattin per Postkarte und unterschrieb häufig mit „ Herzlichen Gruß und Kuss von deinem Alten! Carl“

Carl Maximilian war es auch, der 1879 die Bausubstanz des Hauses am Marktplatz grundlegend renovierte und einen neuen Dachstuhl bauen ließ.

Zeitungswerbung Anfang des 20. Jahrhunderts

 

 

Schlimme Zeiten und Lichtblicke

Carl Max (1883 – 1965) und Clara Meyer

 

1910 übernahm Carl Max den elterlichen Betrieb. Als er im Ersten Weltkrieg einberufen wurde, führte seine Frau Clara, die er erst ein Jahr zuvor geheiratet hatte, die Firma.
Nach dem Krieg und der Inflation verblieben nur wenige Jahre, um die Firma weiterzuentwickeln. Im Jahre 1929 wurde das Ladengeschäft neu gestaltet.
Im Zweiten Weltkrieg kam der Geschäftsbetrieb zunehmend zum Erliegen. Zunächst durch Engpässe bei der Warenbelieferung, später auch aus personellen Gründen.

Aufbruchstimmung

Ernst Dannemann (1914 – 1994) und Hildegard, geb. Meyer

 

Die ältere Tochter von Carl Max heiratete den Elektroingenieur Ernst Dannemann. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er ins schwiegerelterliche Unternehmen ein und baute es wieder auf.
In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Ausstellungen mit Herden und Öfen durchgeführt.

Handel bedeutet Wandel

Wolf-Dieter Dannemann

 

Ab 1975 führte der Sohn Wolf-Dieter das Unternehmen. In den folgenden Jahren hat sich in der innerstädtischen Handelslandschaft ein grundlegender Strukturwandel vollzogen. Wolf-Dieter Dannemann passte das Sortiment diesen Gegebenheiten an. Mit elegantem, modernem Porzellan aus Schorndorfs Partnerstadt Kahla wurde der Porzellanbereich ausgebaut. Weiter wurde mit dem Stahlwarenbereich (Scheren, Küchen-und Taschenmesser) ein neuer Schwerpunkt gelegt.

Etwas ganz Besonderes ist die von Wolf-Dieter Dannemann ins Leben gerufene „Schorndorfer Sequenz“: Edles Porzellan mit Schorndorfer Motiven der Künstlerin Renate Busse.

Frauen-Power

Gerlinde Dannemann und Andrea Andresen

 

In der fast 300jährigen Geschichte der Firma waren die Meyer-Frauen wesentlich am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Oft waren es die Frauen, die in den schwierigen Zeiten das Unternehmen führten.
So ist es auch heute, in einer Zeit in der sich die Handelslandschaft erneut tiefgreifend verändern wird. Wie schon der Gründer verfügen Gerlinde Dannemann und Ihre Tochter auch 8 bzw. 9 Generationen später über unternehmerischen Schwung und Wagemut. Sie bieten ein Sortiment, das traditionell und jung ist, das in seiner Qualität und Zusammensetzung einmalig ist. Bei der Beratung durch gute Mitarbeiter bleibt es wie in den vergangenen 290 Jahren: Persönlich und kompetent.